Abt. Lebensmitteltechnologie

Laura Fitzner

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...warum ich promoviere

Weil ich gerne naturwissenschaftlichen Fragestellungen auf den Grund gehe. Ein kleiner Vergleich hierzu: Ich finde man kann Wissenschaftliches Arbeiten, gemeint ist in diesem Zusammenhang die Promotion, mit dem Lösen eines Rätsels vergleichen. Zur Lösung des Rätsels nutzt man zunächst Ergebnisse und theoretisches Wissen anderer Forscher, v.a. um eine Idee zu bekommen, was alles möglich ist und eigene Hypothesen zu entwickeln. Und dann beginnt der ganze Spaß: Der Gang in den Chemiebaukasten, nicht den von Kosmos, sondern das ganz reale Labor. Experimente zu planen und durchzuführen und neue Analysemethoden zu entdecken und auszuprobieren, die einem bei der Lösung des Rätsels helfen, macht für mich den Reiz an der Promotion aus. Dazu gehört auch die selbstständige Arbeit an einem Thema, mehr oder weniger frei in seinen Entscheidungen zu sein, was man wie und wann machen möchte und von welcher Seite man sich der Lösung des Rätsels nähert, Dinge auszuprobieren und weiterzuentwickeln und so vieles mehr, um am Ende einen kleinen Teil des Unbekannten zu lösen, der vielleicht dazu beitragen kann, etwas Größeres zu verstehen.

Das Thema meiner Promotion ist...

Einfluss von Proteinoxidation auf (amyloide) Aggregation von Molkenproteinen

Je nach Umgebungsbedingen z.B. pH-Wert und Temperatur neigen Proteine dazu zu aggregieren, d.h. sich zusammen zu lagern. Das kann in geordneten Strukturen oder völlig durcheinander erfolgen. Bei der gezielten Herstellung von Proteinaggregaten kann durch die Einstellung der Prozessparameter die Aggregatform bestimmt werden. Je nach Vorbehandlung des Proteins, z.B. Oxidation, kann sich das Aggregationsverhalten verändern.

Von Interesse ist aber nicht nur die gezielte Herstellung von Aggregaten, sondern auch die ungewollte Aggregation. Im menschlichen Körper z.B. kann es bei oxidativem Stress durch Krankheit o.ä. zu Fehlfaltungen von Proteinen kommen, die sich dann in geordneten Strukturen zusammen lagern, die als pathogene Amyloide bezeichnet werden. In diesem Zusammenhang sind auch ungewollte Aggregationen während der Prozessierung oder Lagerung von Lebensmitteln denkbar, die durch ähnliche Faltungsänderungen hervorgerufen werden können.

In meiner Arbeit bringe ich das Protein beta-Lactoglobulin ganz gezielt mit verschiedenen Oxidantien (z.B. UV Strahlung) in Berührung und beobachte, ob und wie sich das Aggregationsverhalten verändert. Hierbei ist besonders die Zusammenlagerung in geordnete Strukturen interessant.

...meine Tipps für Studierende

Fangt schon früh im Studium an euch über eure Interessen und Fähigkeiten Gedanken zu machen. Studieren bedeutet nicht nur stumpfes Auswendiglernen, um den Abschluss in der Tasche zu haben. Das Studium soll euch auf die Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen vorbereiten. Es vermittelt euch in erster Linie Hintergrundwissen. Die praktische Umsetzung kommt dabei gerade an der Uni viel zu kurz. Deshalb, sofern euch eine Fachrichtung oder ein Forschungsthema ganz besonders anspricht, sucht den Kontakt zu den entsprechenden Mitarbeitern aus dem Institut und fragt nach wissenschaftlichen Hilfsjobs oder aber der Möglichkeit eine praktische Bachelor- oder Masterarbeit zu schreiben Falls der Gedanke Promotion ja -nein? in euch wächst, solltet ihr früh anfangen praktische Erfahrungen zu sammeln. Das öffnet nicht nur Türen für mögliche Promotionsstellen, sondern hilft auch selbstständiges Arbeiten und analytische Denkweisen zu erlernen.

wissenschaftliche Arbeiten

Lux, J., Azarkh, M., Fitzner, L., Keppler, J. K., Schwarz, K., Drescher, M., & Steffen-Heins, A. (2021) - Amyloid aggregation of spin-labeled β-lactoglobulin. Part II: Identification of spin-labeled protein and peptide sequences after amyloid aggregation. Food Hydrocolloids

Keppler, J. K., Heyse, A., Scheidler, E., Uttinger, M. J., Fitzner, L., Jandt, U., ... & Kieserling, H. (2021). - Towards recombinantly produced milk proteins: Physicochemical and emulsifying properties of engineered whey protein beta-lactoglobulin variants Food Hydrocolloids

Laura Fitzner (2017) – Characterization of the interaction of secondary plant metabolites with human plasma proteins (Masterarbeit)

Laura Fitzner (2015) – Einfluss der Wasseraktivität auf die Lipidoxidation in stärkebasierten Extrudaten (Bachelorarbeit)